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Montag, 20. Februar
Auf das Ein oder Andere, das dieses Jahr so ansteht, wurde im Notizblog schon aufmerksam gemacht. Nun sollen einmal ein paar runde Geburts- und Todestage erwähnt werden. Schon begangen wurde am 7. Februar der 200. Geburtstag von Charles Dickens. Der nächste 200. Geburtstag steht in der kommenden Woche an. Dann wird an Berthold Auberbach erinnert. Auerbach, am 28. Februar 1812 in Horb am Neckar geboren und ein paar Tage vor seinem siebzigsten Geburtstag 1882 in Cannes verstorben, war der Verfasser der Schwarzwälder Dorfgeschichten, mit denen ihm 1843 der Durchbruch als Schriftsteller gelang. Diesen Erzählungen folgten zahlreiche weitere, dazu Romane, Essays und Bühnenstücke. Schon 1841 erschien seine Übersetzung der Werke Spinozas aus dem Lateinischen. Auerbachs Weg als Schriftsteller war ihm nicht vorgezeichnet. In den 1830er Jahren als Burschenschaftler zunächst wegen staatsfeindlicher Umtriebe verhaftet und ein paar Jahre später zu zweieinhalb Monaten Festungshaft auf dem Hohenasperg verurteilt, konnte er nicht mehr Rabbiner werden. So begann Auerbach zu schreiben und wurde schließlich ein erfolgreicher Schriftsteller. Soviel zu den Geburtstagen, unter den Todestagen, die dieses Jahr anstehen, sind jene Karls Mays und Hermann Hesses. Mays 100. Todestag wird am 30. März begangen, Hesses 50. am 9. August. Über beide Herren, so steht zu vermuten, wird vorher reichlich viel geschrieben werden.
Donnerstag, 16. Februar
Dem Faschingstreiben schließt sich auch der Bayerische Rundfunk an. Die rauschenden Feste der Schwabinger Bohème inspirierten nämlich zahlreiche Schriftsteller, und die teilweise sehr namhaften Teilnehmer der Feste fanden kaum verschleiert Eingang in den ein oder anderen Roman, so zum Beispiel in Franz Hessels Der Kramladen des Glücks. Aus diesem Roman sowie aus Oskar A. H. Schmitz’ Bürgerliche Bohème lesen der Synchronsprecher Tobias Lelle und der Schauspieler Gerd Anthoff in der BR2-Sendung radioTexte am Samstag. radioTexte am Samstag. Rauschende Nächte, knisternde Tage, BR 2, am Samstag 18. Februar 21:03 Uhr.
Sonntag, 12. Februar
Unter die E-Bookautoren ist Elvira Lauscher gegangen. Die Ulmer Journalistin und Autorin, die bislang Gedichte und Kurzgeschichten sowie die Bücher Unser Kochbuch der 70er Jahre und Ulm im Wandel veröffentlicht hat, präsentiert nun mit Das Lachen der Enten erstmals einen Lyrikband mit Aquarellen als E-Book. Zu haben sind die Gedichte bei amazon. Einen Kindle braucht nicht unbedingt, wer das Buch lesen möchte, die Software kann auch kostenlos auf den Computer oder das Handy geladen werden.
Dienstag, 7. Februar
Aus dem Tagebuch einer Hirtin in den Schweizer Bergen liest Krista Prosch am Sonntag, 12. Februar in der BR2-Sendung radioTexte - Das offene Buch. Die 1971 geborene Pia Solèr, ursprünglich gelernte Verkäuferin, reiste jahrelang durch die Welt - Libyen, Marokko, Mexiko und China waren ihre Ziele, in Shanghai lernte sie die Akupressur. Seit bald zwanzig Jahren aber, verbringt Solèr die Sommermonate nun auf der Scharboda Alp in Graubünden und hütet dort Schafe und Ziegen. Internet und Strom gibt es nicht, Handy-Empfang nur gelegentlich. Aus dem Tagebuch, das Pia Solèr über dieses Leben führt, liest Krista Prosch. Die Autorin ließ für ein Gespräch die Alp ein paar Stunden allein, um im Studio Chur über ihr Leben zu erzählen. radioTexte - Das offene Buch. Die Weite fühlen. Pia Solèr und ihr Tagebuch, BR2 am Sonntag, 12. Februar 11 Uhr.
Donnerstag, 2. Februar 2012
Über einige literarische Aktivitäten des Ulmer Vereins KunstWerk im ersten Halbjahr 2012 wurde etwas weiter unten schon berichtet, doch das ist natürlich lange noch nicht alles, was sich in Ulm in Sachen Literatur so tut. Auch in der theaterWerksatt wird wieder Literatur geboten. Da wäre beispielsweise noch diesen Monat, genau genommen am 25. Februar die Veranstaltung Mit allen Wassern gewaschen. Zusammengetan haben sich dafür zahlreiche Ulmer Autoren, darunter, Marco Kerler, Helmut Gotschy und Dietmar H. Herzog, und alle lesen aus eigenen Geschichten oder Gedichten rund um das Thema Wasser. Im März schließlich präsentiert das Duo Wortkunstlauf sein neues Programm Die fünf Elemente. Die Premiere ist gleich zum Monatsanfang, am Freitag, den 2., einige weitere Vorstellungen folgen. Beginn der literarischen Aktivitäten ist jeweils um 20 Uhr.
Montag, 30. Januar 2012
Um Friedrich den Großen dreht sich am kommenden Donnerstag alles in der Sendung Literatur im Foyer. Thea Dorns Gäste sind Jens Bisky, der zum 300. Geburtstag des Alten Fritz das Buch Unser König. Friedrich der Große und seine Zeit schrieb sowie Hans Pleschinski. Von Pleschinski erschien zum Jubiläum eine Neuauflage des Briefwechsels zwischen Voltaire und dem Preußenkönig. Voltaire - Friedrich der Große. Briefwechsel heißt das bei Hanser erschienene Buch, das nicht nur von Pleschinski herausgegeben, sondern auch übersetzt und kommentiert wurde. Literatur im Foyer. Gäste: Hans Pleschinski und Jens Bisky, SWR am Donnerstag, 2. Februar 23:45 Uhr.
Donnerstag, 26. Januar 2012
KunstWerk nennt sich ein recht rühriger Ulmer Verein, der immer wieder auch literarische Veranstaltungen auf die Beine stellt. Das gilt auch für das Jahr 2012. Im ersten Halbjahr findet unter anderem im Rahmen der Reihe Wörterflug am Freitag, 9. März im Café der Stadtbibliothek die Veranstaltung Hundstage, eine Mischung aus Literatur und moderner Musik, statt. Die Literatur kommt dabei von Helmut Gotschy, die Musik von Elke Rogge. Schon davor, am 10. Februar, ebenfalls ein Freitag, kommt Goethe in spezieller Weise zu Ehren, nämlich mit einer an Jazz und klassischen Liedern orientierten Zykluskomposition über zwölf Goethegedichte. Vertont wurden die Gedichte von Jochen Aldinger, der sie am Piano gemeinsam mit der Sängerin Lena Sundermeyer zum Vortrag bringt. Das sind nur zwei der literarischen Veranstaltungen, die KunstWerk e. V. fürs erste Halbjahr geplant hat. Weitere literarische und andere kulturelle Veranstaltungen des Vereins finden Sie hier.
Samstag, 21. Januar 2012
Das neue Jahr ist schon wieder drei Wochen alt und es wird Zeit nach und nach auf das ein oder andere Ereignis aufmerksam zu machen. Da wäre zum Beispiel das Ländle. Sechzig Jahre ist es am 25. April her, dass das Land Baden-Württemberg gegründet wurde. Ein Geburtstagsgeschenk gibt es deshalb auch vom Tübinger Verlag Klöpfer & Meyer. Ob sich darüber jeder freut ist zu bezweifeln, handelt es sich doch um eine Sonderausgabe des Romans Monrepos oder die Kälte der Macht von Manfred Zach. Zachs Romanerstling sorgte bei seinem Erscheinen 1996 für große Aufregung. Warum? Nun er handelt vom Filbinger- und Späth-Zeitalter und zeichnet, so heißt es bei Klöpfer & Meyer “ein exemplarisches Psychogramm der Politik, ihrer Mechanismen, Verlockungen, Gefahren, Verkrümmungen”. Autor Zach war übrigens baden-württembergischer Regierungssprecher und bekam also hautnah mit, wie es in der Politik so zugeht. Das besondere Geburtstagsgeschenk wird im Februar erscheinen.
Mittwoch, 18. Januar 2012
Krimifreunde werden vom Deutschlandfunk in der Nacht von Freitag auf Samstag stets mit einem Mitternachtskrimi als Betthupferl schlafen geschickt. Das ist am kommenden Wochenende nicht anders. Dieses Mal gibt es den Krimi Inspektor Jury steht im Regen von Martha Grimes. Der Deutschlandfunk schreibt dazu: “Nach dem Mord an der jungen Ivy fällt der Verdacht auf ihren Verlobten David Marr, der vom Geld seiner alten, vornehmen Verwandtschaft lebt. Auf dem Landsitz seiner Familie trifft Jury auf Marion Winslow, Davids Schwester, und ihren erwachsenen Sohn Edward. Ihr Mann Hugh Winslow lebte seit dem Tod der Tochter Phoebe getrennt von seiner Frau. Miteinander verschweißt wie die Figuren auf einem Porträt, halten die Winslows zusammen, wenn es darum geht, die Familienehre zu verteidigen.” Es verspricht also wieder spannend zu werden. Mitternachtskrimi: Inspektor Jury steht im Regen, Deutschlandfunk, in der Nacht von Freitag, 20. auf Samstag, 21. Januar 0:05 Uhr.
Donnerstag, 12. Januar 2012
In der Landesschau des SWR war der Autor und ehemalige Kulturredakteur Thomas Vogel am vergangenen Dienstag zu Gast, um seinen auch auf fehrgelesen besprochenen Roman Hinter den Dingen vorzustellen. Vogel sprach über seine Begegnung mit Schmuel Gogol, der als Junge Auschwitz überlebte und über andere für ihn wichtige Begegnungen, die alle auch im Roman eine Rolle spielen. Auf seiner Webpräsention bietet der SWR die Möglichkeit, das Gespräch von Moderator Jürgen Hörig mit dem Autor noch einmal anzusehen.
Sonntag, 8. Januar 2012
Die vor- und nachweihnachtliche Ruhe ist vorbei und damit auch die Weihnachtspause von Literatur im Foyer. Am kommenden Donnerstag empfängt Thea Dorn Hanns-Josef Ortheil, der mit seinem neuen Buch Liebesnähe seine Trilogie zum Thema Liebe abschloss. Diesem Buch voran gingen die Bücher Die große Liebe und Das Verlange nach Liebe. Entsprechend behandelt die Sendung auch die Liebe, aber nicht nur: Hanns-Josef Ortheil, der auch Kreatives Schreiben an der Universität Hildesheim lehrt, wurde zur Aufzeichnung der Sendung begleitet von Clara Ehrenwerth und Kevin Kuhn, zwei seiner hoffnungsvollsten Schüler. Weiteres Thema deshalb: Kann man Schreiben lernen? Literatur im Foyer. Gäste: Hanns-Josef Ortheil, Clara Ehrenwerth und Kevin Kuhn, SWR am Donnerstag, 12. Januar 23:45 Uhr.
Mittwoch, 21. Dezember 2011
Von einer zerbrochenen Familie erzählt Weihnacht, eine der Geschichten in Helmut Gotschys Buch Storch. Der kleine Peter wächst bei der Mutter auf und muss Heiligabend beim Vater und dessen neuer Familie verbringen, wo es sehr lieblos zugeht. Noch als Erwachsener empfindet er Panik, als er an Heiligabend daran denkt, obwohl es in seiner eigenen Familie ganz anders zuzugehen scheint. Ein unglückliches Weihnachtsfest kennen viele Kinder, weil das Geld für ein kleines Geschenk fehlt, die Familie zerbrochen ist oder sie vernachlässigt werden, während in den Medien und in der Werbung Bilder von glücklichen Kindern unterm Tannenbaum zu sehen sind. Peters Geschichte ist eine von vielen literarischen Geschichten, die zeigt, dass dieses Bild der Realität nur allzu häufig nicht Stand hält. Und wenn Sie ganz kurzfristig noch ein Weihnachtsgeschenk brauchen, wie wär’s dann mit einem Buch? Es muss keineswegs immer von fröhlichen Weihnachtstagen handeln.
Freitag, 16. Dezember 2011
Anfang Dezember 1801 machte sich Friedrich Hölderlin auf den Weg von Nürtingen nach Bordeaux, um in der Stadt an der Garonne eine Stelle als Hauslehrer anzutreten. Nur wenige Monate später kehrte er völlig verstört zurück. Gute zweihundert Jahre später wiederholte Thomas Knubben, Professor für Kulturwissenschaft und Kulturmanagement an der Pädagogischen Hochschule Ludwigshafen und ehemaliger Kulturreferent in Ravensburg, Hölderlins Reise um dem großen Dichter näher zu kommen und womöglich herauszufinden, was mit Hölderlin in Bordeaux geschah. Seine Erlebnisse veröffentlichte Knubben in dem Buch Hölderlin. Eine Winterreise. Mittlerweile gibt es auch eine eigene Website mit Fotos, Kritiken, Hinweisen auf Lesungen sowie einem Gästebuch und zuddem eine Facebookseite, auf der der Autor über seine Reiseerlebnisse erzählt. Wer mag, kann dort jeden einzelnen Tag von Knubbens Reise nachvollziehen.
Montag, 12. Dezember 2011
Karl-Heinz Ott, 1957 in Ehingen geboren und heute in Freiburg zuhause, gehört schon seit längerem zu den renommierten deutschen Schriftstellern. Sein Romandebüt Ins Offene erschien 1998, seitdem hat der mit Theresia Walser verheiratete Autor drei weitere Roman veröffentlicht, darunter Wintzenried, erschienen diesen Herbst bei Hoffmann und Campe. Der Roman handelt von Jean-Jacques Rousseau, welcher Zeit seines Lebens nicht darüber hinwegkommt, dass der Friseur Wintzenried, den Platz im Bett seiner dreizehn Jahre älteren Geliebten eingenommen hat. Ohne dieses Trauma, glaubt Rousseau wäre er glücklich, müsste nicht gegen die Welt toben und zum Wegbereiter der Französischen Revolution werden. Am kommenden Donnerstag stellt Ott, der Philosophie, Germanistik und Musikwissenschaft studierte und auch ein Buch über den Komponisten Georg Friedrich Händel schrieb, Wintzenried bei Thea Dorn in der Sendung Literatur im Foyer vor. Als weiterer Gast ist Philipp Blom geladen. Sein Buch Böse Philosophen beschäftigt sich unter anderem auch mit Jean Jacques Rousseau. Literatur im Foyer. Gäste: Karl-Heinz Ott und Philipp Blom, SWR am Donnerstag, 15. Dezember 23:45 Uhr.
Donnerstag, 8. Dezember 2011
Dieser Tage kann man wieder häufiger das Theodor-Storm-Gedicht Knecht Ruprecht irgendwo hören oder lesen und sofort sind Erinnerungen an die Kindheit da. Schon immer gab es für Kinder viele schöne Gedichte und andere Geschichten rund um das Weihnachtsfest, etwa Klassiker wie Charles Dickens Weihnachtsgeschichte, aber immer wieder erscheinen auch neue Bücher mit weihnachtichen Erzählungen für Kinder unterschiedlichen Alters. Wenn Sie also noch ein Weihnachtsgeschenk brauchen, dann schenken Sie doch ein Buch, eines das weihnachtliche Geschichten aus der ganzen Welt enthält beispielsweise, oder sorgen Sie für ein besonderes Wiedersehen mit dem karierten Elefanten Elmar. Elmar feiert nämlich auch Weihnachten. Ob er ein Buch geschenkt bekommt ist nicht klar, die gelegentlich gehörte Behauptung Bücher seien langweilige Allerweltsgeschenke würde er aber bestimmt zurückweisen.
Sonntag, 4. Dezember 2011
Und nochmal Tranströmer. Auch Deutschlandradio Kultur widmet dem schwedischen Lyriker zur Verleihung des Literaturnobelpreises eine Sendung. Am kommenden Dienstagabend beschäftigt sich Carola Wiemers unter dem Motto Das Wilde hat keine Worte mit dem Dichter. “Mit Tomas Tranströmer gehen wir in eine Schule des Sehens und Lernens, begierig das Alphabet neu zu buchstabieren”, heißt es dazu in der Vorankündigung. Literatur. Das Wilde hat keine Worte - Der schwedische Dichter und Literaturnobelpreisträger Tomas Tranströmer, Deutschlandradio Kultur am Dienstag, 6. Dezember 19:30 Uhr.
Freitag, 2. Dezember 2011
Am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels werden in Stockholm wieder die Nobelpreise überreicht. Der Literaturnobelpreis, wird dann, wie schon seit Oktober bekannt, an Tomas Tranströmer gehen. Der Bayerische Rundfunk widmet dem schwedischen Dichter schon am kommenden Sonntag seine Sendung radioTexte - Das offene Buch. Peter Fricke wird Gedichte von Tranströmer lesen, der Lyriker wird jedoch auch als Pianist zu hören sein, denn die Musik ist seine zweite Leidenschaft. radioTexte - Das offene Buch. Nobelpreisträger Tomas Tranströmer, BR 2 am Sonntag, 4. Dezember 11 Uhr.
Montag, 28. November 2011
Nun ist sie also wieder eröffnet, die Ulmer Kinder- und Jugendbuchmesse KIBUM. Und noch ehe es am Sonntag offiziell losging, wurde am Samstagabend der Kinder- und Jugendbuchpreis Ulmer Unke verliehen. Eine Jury aus 80 jungen Lesern erkor das Buch Ich bin Nummer vier des Duos James Frey und Jobie Hughes zum Siegerbuch. Die beiden schrieben die abenteuerliche Science-Fiction-Geschichte für Jugendliche ab Zwölf unter dem Pseudonym Pittacus Lore. Das von Irmela Brender ins Deutsche übersetzte Buch handelt von neun außerirdischen Jugendlichen, die auf die Erde flohen, nachdem ihr Heimatplanet Lorien von den feindlichen Mogadori zerstört wurde. Diese sind inzwischen ebenfalls auf der Erde angekommen und verfolgen die Jugendlichen. Drei haben Sie bereits gefunden und getötet, Nummer vier erzählt die Geschichte in Ich-Form.
Sonntag, 27. November 2011
Normalerweise drehen Elvira Lauscher und Jörg Neugebauer vom Duo Wortkunstlauf gemeinsam sprachliche Pirouetten, Nun treten beide beim Loriot-Abend In Bozen liegen die Waschräume separat in der Theaterwerkstatt auf - natürlich nicht alleine, sondern mit einigen weiteren Darstellen. Insgesamt dreizehn Sketche warten auf die Zuschauer. Für Elvira Lauscher ist es die Premiere, Jörg Neugebauer hat bereits Loriot-Erfahrung, denn die Theaterwerkstatt bereitet regelmäßig Sketche des Komikers für das Publikum auf. Premiere des neuen Loriot-Abends ist am 2. Dezember um 20 Uhr.
Donnerstag, 24. November 2011
Corine heißt der Internationale Literaturpreis, der am vergangenen Dienstag zum elften Mal vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels verliehen wurde. Preisträger waren dieses Jahr unter anderen Elke Heidenreich und Axel Hacke, der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten ging an Christine Nöstinger. Insgesamt wurden elf Autoren aus dem In- und Ausland in acht Kategorien ausgezeichnet. Wer die Übertragung auf 3sat nicht gesehen hat, hat die Möglichkeit die Aufzeichnung am Samstag im Bayerischen Fernsehen anzuschauen. Corine - Internationaler Buchpreis 2011, BR am Samstag, 26. November 22:25 Uhr.
Sonntag, 20. November 2011
Er zeichnet, schreibt Autobiografien, Bücher für Kinder und (erotische) Erzählungen für Erwachsene - die Rede ist vom vielseitig begabten und interessierten Tomi Ungerer, geboren am 28. November 1931 in Straßburg. Nun feiert der elsässische Künstler also seinen 80. Geburtstag, weshalb ihm Bayern 2 am kommenden Dienstag die Sendung radioTexte am Dienstag widmet. Gemeinsam mit Herbert Feuerstein wird Ungerer aus seinen Autobiografien Heute hier morgen fort, Die Gedanken sind frei und Kein Kuss für die Mutter lesen. radioTexte am Dienstag - Kein Kuss für die Mutter, BR 2 am Dienstag, 22. November 21:03 Uhr.
Mittwoch, 16. November 2011
Bücherfeunde sollten in den nächsten Wochen mal einen Ausflug nach Stuttgart oder Karlsruhe einplanen. Schon morgen beginnen die Stuttgarter Buchwochen, die bis zum 11. Dezember dauern. Jeden Tag finden zahlreiche Veranstaltungen rund um die Literatur und auch rund um das diesjährige Gastland Schweden statt, wie das Programm zeigt. Das Tolle: Zahlreiche Veranstaltungen sind im Eintrittspreis enthalten und dieser liegt bei sagenhaft günstigen 2 Euro. Dafür können sich Besucher von 10 bis 20 Uhr durch die Stände im zentral gelegenen Haus der Wirtschaft arbeiten und eben auch die ein oder andere Veranstaltung besuchen. Bevor die Buchwochen am Sonntag, 11. Dezember zu Ende gehen, werden am Samstag, 10. Dezember die schwedischen Gäste mit einem Schwedentag groß gefeiert. Außer den Schwedenmarkt zu besuchen, auf dem es neben Büchern auch Leckereien und Kunsthandwerk zu kaufen gibt, können Bücherfans unter anderem der Lesung Ein Köttbulle kommt selten allein lauschen, bei Ikea vorbeischauen oder etwas über Alfred Nobel erfahren, denn an diesem Tag werden in Stockholm auch die Nobelpreise überreicht.
Bereits am vergangenen Donnerstag begonnen hat die Karsruher Bücherschau im Regierungspräsidium Karlsruhe, Karl-Friedrich.-Straße 17. Auch in Karlsruhe haben Leseratten noch bis zum 4. Dezember Gelegenheit, jeweils zwischen 10 und 20 Uhr zum Eintrittspreis von 2 Euro in Büchern zu schmökern was das Zeug hält und darüber hinaus an weiteren Veranstaltungen teilzunehmen, zum Beispiel an diversen tschechisch-deutschen Lesungen. Das Gastland in Karlsruhe? Natürlich Tschechien.
Samstag, 12. November 2011
Unter dem Namen DREISATZ zusammengeschlossen haben sich Katrin Messingschlager, die schon seit der Schulzeit Gedichte “über die Liebe, die Natur und den leidenschaftlichen Tanz des Lebens” schreibt, der ehemalige Drehleierbauer und Autor Helmut Gotschy, sowie der Satiriker und Musiker Ernst Bosch alias Jonathan von Dannen. Am vergangenen Donnerstag hatten sie nun in der Neu-Ulmer Stadtbücherei ihre Premiere. Abwechselnd kamen Messingschlager-Gedichte, Prosatexte von Helmut Gotschy und Couplets von Jonathan von Dannen zum Vortrag. Garniert wurde das Ganze mit Keybordklängen, für die natürlich ebenfalls von Dannen zuständig war. Dabei ergaben die Gedichte, Couplets und Helmut Gotschys Texte, die auch einen Blick auf die Schattenseiten des Lebens werfen und Gegensätze darstellen, eine interessante Mischung.
Freitag, 11. November 2011
Lion Feuchtwangers Moskaureise widmet sich die BR 2-Sendung Bayern - Land um Leute am kommenden Sonntag. Es war im November 1936, als der Auotor - seiner Aktivitäten als antifaschistischer Intellektueller wegen eingeladen vom sowjetischen Schriftstellerverband - sein Exil in Sanary-sur-Mer Richtung Moskau verließ. Drei Monate blieb Feuchtwanger dort und führte in jener Zeit auch Verhandlungen über eine russische Ausgabe seiner Werke und über die Verfilmung des Romans Die Geschwister Oppermann. Auch mit Stalin soll er mehrere Stunden gesprochen haben. Nach Frankreich zurückgekehrt, verfasste Feuchtwanger für seine Freunde einen Bericht, in dem er zwar auch Kritik am sozialistischen System übte, die Sowjetunion aber alles in allem doch auf dem richtigen Weg wähnte. Warum er die Brutalitäten der Stalindiktatur ausblendete, versucht Renate Eichmeier in der Sendung zu klären. Bayern - Land und Leute. Lion Feuchtwangers Moskau-Reise 1936/37, BR 2 am Sonntag, 13.November 13:30 Uhr.
Dienstag, 8. November 2011
Am 21. November jährt sich der Todestag von Heinrich von Kleist zum 200. Male. Schon das ganze Jahr über erschienen Neuausgaben seiner Werke und auch Biografien. Nun beginnen auch die Radio- und Fernsehsender damit, auf den Todestag des Dichters einzustimmen. Am kommenden Wochenende etwa, widmet sich der Deutschlandfunk den Werken Kleists. Es beginnt mit dem Mitternachtskrimi in der Nacht von Freitag auf Samstag und geht am Samstagabend weiter. Auch in den beiden darauffolgenden Wochen, ist der Todestag den Sendern einige Stunden wert. Für alle, die sich dafür interessieren, folgen hier ein paar Termine:
Mitternachtskrimi: Das Erdbeben in Chili, Deutschlandfunk, am Freitag (Nacht auf Samstag), 11. November 0:05 Uhr. Hörspiel/Studio LCB: Kohlhasenbrück. Erzählung aus Der Staub von Brandenburg von Volker Braun. Anschließend Michael Kohlhaas, in einer Bearbeitung von Hans Dieter Meves, Deutschlandfunk, am Samstag, 12. November 20:05 Uhr. radioTexte - Das offene Buch: Kleist schreibt an Ulrike Meinhof, BR 2, am Sonntag, 20. November 11 Uhr. SWR2 Themenabend Heinrich von Kleist. Mit Sandra Hüller und Mitgliedern des Ensembles des Schauspielhauses Hannover, SWR2, am Montag, 21. November 21:03 Uhr. Kleist on the Road - Die Reisen Heinrich von Kleists, anschließend Die Marquise von O., Literaturverfilmung, 3sat, am Samstag, 19. November 20:15 Uhr.
Freitag, 4. November 2011
Seit im Mai der erste Literatursalon in der Pfuhler Galerie Kunstzone stattfand, treffen dort alle sechs bis acht Wochen immer Mittwochs Literaturinteressierte zusammen, um bei einem Glas Wein Gedichte oder Prosa-Auszüge aus den Werken berühmter Schriftsteller zu hören - vorgetragen und mit biografischen Details unterfüttert von Michaela Schafft und Jörg Neugebauer. Der für dieses Jahr letzte Literatursalon fand am vergangenen Mittwoch statt. Trotz der kühlen Temperaturen waren wieder einige Literaturfreunde, darunter etliche Stammgäste, in den nicht geheizten ehemaligen Stadel gekommen. Warm angezogen und den Temperaturen entsprechend dieses Mal bevorzugt Schwarztee mit Rum konsumierend, lauschten sie den Gedichten von Nelly Sachs und Hilde Domin. Nun aber, geht der Literatursalon erst einmal in die Winterpause, bis dann im April die Pforten wieder öffnen. Bis dahin bleibt Jörg Neugebauer genügend Zeit, den nächsten Autor oder die nächste Autorin zu erwählen. So viel aber verrät er schon: Irgendwann im nächsten Jahr, wenn auch vielleicht nicht gleich im April, wird wohl Novalis zu Ehren kommen.
Dienstag, 1. November 2011
Mit seinem Roman Der Name der Rose wurde Umberto Eco einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Ging es in jenem Buch um die Kirche im Mittelalter, so befasst sich Ecos neuer Roman Der Friedhof in Prag mit den Protokollen der Weisen von Zion, jenem antisemitischen Machwerk aus dem 19. Jahrhundert. Derzeit ist Eco unterwegs, um für sein neues Buch zu werben. Nachteulen konnten bereits vor zwei Wochen in der Nacht des blauen Sofas, einer Aufzeichnung von Gesprächen auf der Frankfurter Buchmessse, einiges aus dem Mund des Autors über sein aktuelles Werk erfahren, am kommenden Donnerstag nun, ist er zu Gast bei Felicitas von Lovenberg in der Sendung Literatur im Foyer. Diese beginnt immerhin schon um viertel vor zwölf und wenn das für manchen immer noch zu spät ist: Es gibt eine Wiederholung am Sonntagvormittag auf 3sat. Literatur im Foyer, SWR, am Donnerstag, 3. November 23:45 Uhr, Wiederholung auf 3sat, am Sonntag, 6. November 10:15 Uhr.
Samstag, 29. Oktober 2011
Zum vierten mal findet am Mittwoch, 2. November der Literatursalon in der Pfuhler Kunstzone statt. Nachdem mit Kleist, Pessoa und Goethe bislang nur Herren Thema der Veranstaltung waren, gehört der kommende Mittwochabend nun zwei Damen, nämlich den Schriftstellerinnen Hilde Domin (1909 bis 2006) und Nelly Sachs. Sachs, geboren 1891, veröffentlichte 1921 mit Unterstützung von Stefan Zweig ihren ersten Gedichtband, 1940 floh sie vor den Nazis nach Schweden. Ihre weiteren Werke, hauptsächlich Gedichte, aber auch Prosa und szenische Dichtungen, behandeln die Schrecken des Holocaust. 1966 erhielt Nelly Sachs gemeinsam mit Samuel Joseph Agnon den Literaturnobelpreis. Sie starb 1970 in Schweden. Hilde Domin, vor allem als Lyrikerin bekannt, wurde 1909 geboren. Erst in den vierziger Jahren begann sie in der Dominikanischen Republik, wohin sie mit ihrem Ehemann Erwin Walter Palm vor den Nazis geflohen war, mit dem Schreiben. Nach dem Namen ihres Zufluchtsortes wählte sie auch ihr Pseudonym Domin aus, unter dem sie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland 1954 schrieb. 1959 erschien ihr erster Gedichtband, dem weitere folgten. Hilde Domin starb 2006 in Heidelberg. Wer nun neugierig geworden ist: Der Literatursalon beginnt um 20 Uhr, warme Kleidung ist angebracht.
Dienstag, 25. Oktober 2011
Über Stuttgart wurde in den vergangenen drei Jahrhunderten mehr geschrieben als man glaubt, wie das von Irene Ferchl herausgegebene Buch Geschichten aus Stuttgart zeigt. Von Schiller über Chopin und Beckett, bis hin zu Heinricht Steinfest, jeder wusste und weiß etwas über die Stadt zu sagen. Rund 80 Beiträge - Romanauszüge, Gedichte, Essays, Feuilletons und auch Briefe und Tagebucheinträge - von bekannten Persönlichkeiten enthält das Buch. Wie das wohl mit Geschichten aus Ulm und Neu-Ulm aussehen würde? Für 350 Seiten würde es kaum reichen, aber eine hübsche kleine Sammlung käme vielleicht auch zusammen.
Freitag, 21. Oktober 2011
Christoph Martin Wieland (1733 - 1813) war, soweit bekannt ist, dreimal verlobt, die bekannteste unter seinen Verlobten war seine Cousine Sophie Gutermann, die den Roman Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim schrieb, bei dessen Entstehen der Dichter Beistand leistete. Sophie heiratete jedoch später den Ministerialbeamten Georg Michael Franck von La Roche, was Wieland erfuhr, während er in Zürich war. Erst viele Jahre später ging Wieland eine Ehe mit der Augsburger Kaufmannstochter Anna Dorothea von Hillenbrand ein. Die Frauen verehrten den gebildeten und galanten Dichter und Wieland sprach von ihnen als Freundin, Muse, Tochter oder Grazie. In der BR 2-Sendung radioZeitreisen am kommenden Sonntag, versucht Gabriele Bondy zu beleuchten, welchen Einfluss sie auf sein Leben und Werk ausgeübt haben. Zugleich möchte sie die Neugier auf einen Dichter lenken, der lange im Schatten der anderen Weimarer Klassiker stand. radioZeitreisen. “Mein Herz kam in Gefahr...” Christoph Martin Wieland und die Frauen, BR 2, am Sonntag, 23. Oktober 13:05 Uhr.
Montag, 17. Oktober 2011
Nun ist sie also wieder zu Ende, die Frankfurter Buchmesse. Zahlreiche Autoren waren zu Gast und etliche von ihnen haben auf dem blauen Sofa Platz genommen. Das bedeutet, dass es auch dieses Jahr im ZDF für Nachteulen wieder eine Nacht des blauen Sofas geben wird und zwar von Dienstag auf Mittwoch ab ab 1:05 Uhr. Wer Lust hat wachzubleiben, kann also wieder einmal zahllose Gespräche mit in- und ausländischen Autoren verfolgen. Die Nacht des blauen Sofas, ZDF, am Dienstag, 18. Oktober (Nacht auf Mittwoch) ab 1:05 Uhr.
Freitag, 14. Oktober 2011
Gestern, am zweiten Frankfurter Buchmessetag, stellte sich auf einer Pressekonferenz schon einmal der Ehrengast der Buchmesse 2012 vor. Es ist Neuseeland und Jürgen Boos, der Messedirektor erklärte dazu “Neuseeland ist für uns als Leser terra incognita - und was ist schöner als die Aussicht auf eine Entdeckungsreise ins Unbekannte?“ Damit hat er sicher recht, zumal im Vorfeld der Veranstaltung stets zahlreiche Bücher aus dem Land oder der Region des Ehrengastes ins Deutsche übersetzt werden und hierzulande erscheinen. Es wird also wohl Einiges zu entdecken geben und vermutlich dürften sich auch viele finden, die auf Entdeckungsreise gehen wollen, für den diesjährigen Ehrengast Island jedenfalls, war die Buchmesse schon ein großer Erfolg, bevor sie überhaupt begonnen hatte.
Montag, 10. Oktober 2011
Nun steht er also fest, der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2011, er heißt Eugen Ruge und durfte den Preis für seinen Roman In Zeiten des abnehmenden Lichts entgegennehmen. „Eugen Ruge spiegelt ostdeutsche Geschichte in einem Familienroman. Es gelingt ihm, die Erfahrungen von vier Generationen über fünfzig Jahre hinweg in einer dramaturgisch raffinierten Komposition zu bändigen. Sein Buch erzählt von der Utopie des Sozialismus, dem Preis, den sie dem Einzelnen abverlangt, und ihrem allmählichen Verlöschen. Zugleich zeichnet sich sein Roman durch große Unterhaltsamkeit und einen starken Sinn für Komik aus“, so lautet die Begründung der Jury, die überwiegend aus Kritikern besteht. Ruge erhält nun ein Preisgeld von 25 000 Euro, die fünf weiteren Finalisten Jan Brandt (Gegen die Welt), Michael Buselmeier (Wunsiedel), Angelika Klüssendort (Das Mädchen), Sibyllel Lewitscharoff (Blumenberg) und Marlene Streeruwitz (Die Schmerzmacherin) bekommen je 2500 Euro.
Samstag, 8. Oktober 2011
Ab Mittwoch ist in Frankfurt wieder die Hölle los. Verlage aus der ganzen Welt präsentieren ihre Bücher, Autoren treffen sich auf Lesungen und Verlagseinladungen, Literaturagenten preisen Manuskripte an, Zuschussverlage suchen zahlungskräftige Oper, Buchhändler sehen sich um, was es Neues gibt und gewöhnliche Leser machen sich an den beiden Publikumstagen Samstag und Sonntag ebenfalls auf den Weg in die Bankenstadt, denn es ist wieder Buchmesse. Das bedeutet auch immer, dass eine Literaturregion als Ehrengast besonders im Mittelpunkt steht, und für einen gewissen Zeitraum richtet sich dann auch in den Medien alle Aufmerksamkeit auf die Literatur des speziellen Gastes. Dieses Jahr steht Island im Mittelpunkt und die ein oder andere Sendung zum Thema lief bereits, etliche weitere werden noch folgen, darunter
- radioReisen - über Bücher und das Meer, BR 2, Sonntag, 9. Oktober, 9:05 Uhr (Wiederholung am Montag, 10. Oktober 14:05 Uhr).
- radioTexte. Das offene Buch - literarische Streifzüge durch Island, BR 2, Sonntag, 9. Oktober, 11 Uhr.
- Literatur im Foyer. Island - Schlechte Zeiten, gute Bücher. 3sat, Sonntag, 9. Oktober, 10:15 Uhr.
- Doppel-Kopf. Am Tisch mit Halldór Gudmundsson, Leiter des isländischen Gastauftritts auf der Buchmesse, hr2, Dienstag, 11. Oktober, 12:05 Uhr.
- WDR 3 open - Studio Akkustische Kunst. Buchmesse: Island Iceland Crust, WDR 3, Freitag, 14. Oktober, 23:05 Uhr.
Für alle, die keine Zeit für einen Messebesuch haben oder die sich den Trubel ersparen möchten, bieten solche Sendungen Gelegenheit, dennoch etwas über die Literatur Islands zu erfahren. Wem das nicht reicht, der findet auf einer vom Hessischen Rundfunk eigens eingerichteten Seite zahlreiche weitere Informationen. Und natürlich eins nicht vergessen: Selber lesen! Die deutschsprachigen Verlage brachten im Vorfeld der Messe rund 200 Neuerscheinungen, darunter eine Neuübersetzung der großen Islandsagas, heraus.
Donnerstag, 6. Oktober 2011
Nun hat also Bob Dylan, der bei den Buchmachern als Favorit galt, den Literaturnobelpreis wieder nicht gewonnen, obwohl seine Fans das doch so gerne hätten. Das wäre mal etwas Neues, ein Nobelpreis für Songtexte, so etwas gab es noch nicht. Lyriker bekommen den bedeutendsten Literaturpreis allerdings auch nicht sehr häufig, zuletzt bekam ihn 1996 die polnische Dichterin Wislawa Szymborska. So geht es also durchaus in Ordnung, dass mit dem Schweden Tomas Tranströmer mal wieder ein Verfasser von Gedichten den Preis erhält, immerhin wurde Tranströmers Lyrik in 50 Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche. Zuletzt erschien bei Hanser 2005 der Band Das große Rätsel.
Dienstag, 4. Oktober 2011
Krimis, die vor der eigenen Haustüre spielen, sind bei vielen Lesern beliebt, das ist bei den Ulmern und Neu-Ulmern nicht anders und so versuchen sich auch immer wieder Autoren aus der Region in diesem Genre. Im Mai etwa, erschien Adi Hübels Kriminalroman Tod in Ulm, der von der jungen Polizistin Kiki Wunder erzählt. Kaum hat die aus Berlin zugezogene Ermittlerin ihre Wohnstatt in Söflingen genommen, schon finden spielende Kinder im Klosterhof, genau genommen in der dort durchfließenden Blau, eine männliche Leiche und natürlich stellt sich bald heraus, dass der gute Mann nicht beim baden ertrunken ist. So muss die junge Frau Wunder recht schnell einen Mordfall klären und wie sie das gemeinsam mit ihren Kollegin bewerkstelligt, scheint Gefallen zu finden, denn dieser Tage ging das Buch in die zweite Auflage. Gäbe es Kiki Wunder wirklich, würde sie nun wohl mit ihrer eigenwilligen Vermieterin Frau Zummermann auf den Erfolg anstoßen, denn immerhin hilft ihr diese ein wenig beim Ermitteln. Ein Toast also, auf Kiki Wunder und Frau Zummermann.
Freitag, 30. September 2011
Bayerische Traumpaare nennt sich eine Reihe der BR 2-Sendung Land und Leute, die auch als Hörbuch mit vier CDs erschien. Darin widmen sich die Radioleute Ludwig II. und Sissi ebenso wie Hopfen und Malz oder Hochwürden und seiner Köchin, aber auch Franziska von Reventlow (1871-1918) und ihrem Sohn Rolf, den sie Bubi nannte. Er war das Ein und Alles der Schriftstellerin. “Wir beiden sind die Welt, was gehen uns die anderen an, du Einziges, wahnsinnig Geliebtes!" schrieb sie in ihr Tagebuch. Ihre Affären mit Männern dauerten dagegen in der Regel nur kurz. Eine Ausnahme war ihre Beziehung zu Bohdan von Suchocki, den sie im Münchner Fasching 1903 kennenlernte und auch dieser Liebe ist eine Sendung gewidmet. Bayern - Land und Leute. Wir haben uns so lieb! Franziska zu Reventlow und ihr Bubi, BR 2, am Sonntag, 2. Oktober 13:30 Uhr. Bayern - Land und Leute. Franziska zu Reventlow und Bohdan von Suchocki, BR 2, am Montag, 3. Oktober 13:30 Uhr.
Mittwoch, 28. September 2011
Über zwei Verlagsjubiläen wurde hier vor kurzen berichtet, nämlich des Silberburg- und des Klöpfer & Meyer Verlags. Ersterer veröffentlichte vor 25 Jahren die ersten Bücher, Letzterer feiert im Dezember 20. Geburtstag. Doch damit nicht genug, Ulm hat in dieser Hinsicht auch Grund zu feiern, der Verlag Klemm + Oelschäger ist nämlich ebenfalls schon 20 und aus diesem Anlass fand am vergangenen Montag bei Gondrom in der Hirschstraße eine Diskussionsveranstaltung statt.
Dass diese interessant war, sieht man allein schon an den Namen der Teilnehmer, die alle bei Klemm + Oelschläger veröffentlicht haben: Der Philosoph Bertrand Stern, der unter anderem mit Verleger Dr. Ulrich Klemm die Schrift Vom Glück des Nichtstuns - Muße statt Pädagogik veröffentlichte, plädierte für die Abschaffung der Schule, was bei der Moderatorin des Abends Adi Hübel, Widerspruch hervorrief, Kinderbuchautorin Kathrin Schulthess berichtete, wie sie auf die Idee kam, über Lilli Langohr, die kleine Fledermaus, die im Ulmer Münster wohnt, zu schreiben, Kabarettist Tommy Nube sorgte beim Lesen eines kurzen Auszugs aus seinem Buch d’r Schwob regiert die Welt für die schwäbischen Töne und Verleger Ulrich Klemm lüftete ein Mysterium. Als ein solches bezeichnete Gondrom-Leiter Thomas Kuhnert nämlich die Tatsache, dass niemand in Ulm je Herrn Oelschläger zu Gesicht bekommen hat, weshalb er hoffte, an diesem Abend zu erfahren, ob es ihn denn gebe, so es sich denn überhaupt um einen Herrn handle. Diese Frage griffen alle anderen Teilnehmer im Laufe des Abends auf, so dass sie gewissermaßen fast zum running gag wurde.
Schließlich verriet Ulrich Klemm aber, dass sein Verlagspartner Thomas Oelschläger leibhaftig existiert. Beide haben den Verlag 1991 gemeinsam gegründet - allerdings in Münster, der Standort Ulm kam 1993 hinzu. So leitet Thomas Oelschläger also die Geschäfte von Westfalen aus und konnte aus gesundheitlichen Gründen leider auch zur Geburtstagsdiskussion bei Zwiebelkuchen, Apfelmost, Zuckerbrot und Wein nicht nach Ulm kommen.
Sonntag, 25. September 2011
Seit ein paar Monaten findet in der Pfuhler Galerie Kunstzone alle sechs Wochen der Literatursalon statt. Im Mittelpunkt steht jeweils ein Autor, beim letzten mal vor zehn Tagen war dies Goethe, genau genommen der junge Goethe. Jörg Neugebauer, der Leiter der Veranstaltung und Michaela Schafft von der Kunstzone sprachen über den Urfaust und den jungen Werther, lasen Auszüge aus den Werken vor und zwischendurch gab es Musik. Diese nun wiederum versetzte einige ältere Besucher in leichte Unruhe, denn es handelte sich mitnichten um klassische Musik, was sie vielleicht erwartet hatten, sondern um solche der Woodstock-Generation, also durchaus passend zum jungen Werther. Ganz und gar abschreckend waren die Klänge aber offenbar doch nicht, denn am Ende der Veranstaltung fragten einige dieser Besucher, wann und wo denn die Neugebauer-Sendung Klassisch modern laufe. An deren Konzept nämlich, lehnt sich jenes des Literatursalons an, auch in Klassisch modern gibt es viel Musik aus den Sechzigern und Siebzigern zu hören und dazwischen Lyrik und Ausschnitte aus Romanen. Wann und wo die Sendung läuft? Jeden zweiten Dienstag vormittag um 11 Uhr auf Radio Free FM, immer in den geraden Kalenderwochen, der nächste Termin steht also am 4. Oktober an, in den Literatursalon laden Michaela Schafft und Jörg Neugebauer dann wieder am 2. November.
Mittwoch, 21. September 2011
Wenn der Sommer vorbei ist, bedeutet das auch immer, dass diverse Fernsehsendungen, die während der warmen Monate pausieren, wieder auf dem Programmplan stehen. Das gilt auch für Literatur im Foyer, wo am morgigen Donnerstag Martin Walser zu Gast ist. Walser hat im Juli seinen neuen Roman Muttersohn veröffentlicht. Held des Romans ist Percy Schlugen, Pfleger in einer psychiatrischen Klinik und der Mutter zufolge ohne Vater gezeugt. Was Walser über seinen Helden zu sagen hat, wird er Thea Dorn verraten und wer die Sendung öfters sieht und auch schon frühere Sendungen mit Walser gesehen hat, der darf wohl davon ausgehen, dass der Autor wieder seinen Lieblingswein kredenzt bekommen und Thea Dorn ganz väterlich mit Vornamen anreden wird. Literatur im Foyer, SWR, am Donnerstag, 22. September 23:45 Uhr.
Montag, 19. September 2011
Anfang November erscheint, wie an dieser Stelle bereits einmal erwähnt, der neue Ritzel-Krimi, der dieses Mal allerdings in Berlin spielt. Das ist zu verkraften, denn der wahre Fan liest seinen Ritzel auch dann, wenn der Tatort nicht in der Ulmer Gegend liegt und dem Krimifreund ist es ohnehin egal wo gemordet wird. All jene aber, die Kriminalromane vor heimatlicher Kulisse lieben, sind dennoch nicht aufgeschmissen, in Ulm gibt es ja noch die Eichhorns, Fetzers undsoweiter und über einen Mangel an Baden-Württemberg-Krimis ist gleich gar nicht zu klagen. Überhaupt: Es wird ja wohl nicht Ritzels letzter Streich gewesen sein, irgenwann ermitteln bestimmt auch wieder Tamar Wegenast und Markus Kuttler in Ulm und drum herum.
Freitag, 16. September 2011
Schon in ein paar Tagen wird sich zum kalendarischen auch der meteorologische Herbst gesellen, da fallen einem, dem sonnigen Wetter zum Trotz, ein paar Herbstgedichte ein, Goethes Herbstgefühl etwa, Wilhelm Buschs Im Herbst oder auch Eichendorffs
Nun laß den Sommer gehen, Laß Sturm und Winde wehen. Bleibt diese Rose mein, Wie könnt ich traurig sein?
Auch hiesigen Autoren ist der Herbst die ein oder andere Gedichtzeile wert. Die Ulmerin Adi Hübel nimmt sich in ihrem Lyrikband Versprechen der Jahreszeit sogar im Schwäbischen Dialekt an. Dr Wend und Herbstgespräch meiner Freundin Rosa heißen die beiden Gedichte, die den kühleren Monaten gewidmet sind. Im Band Gedichte aus dem Ulmer Winkel beschreibt Nina Neumann gar den Novemberblues in Kissendorf. Vorläufig aber haben wir ja noch September und dazu gibt es auch Lyrisches, etwa Septembertag von Christian Morgenstern oder natürlich Mörikes
Septembermorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, Den blauen Himmel unverstellt, Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fließen.
Dienstag, 13. September 2011
Der eifrige Leser kennt das, er liest einen Roman oder eine Kurzgeschichte, vielleicht liest er auch seinen Kindern vor und schon sticht ihm ein hübscher Satz ins Auge - keiner, der es zu einem weltberühmten unsterblichen Literaturzitat bringen wird, aber einer, der spontan gefällt. Er kann von einem überregional oder auch international bekannten Autor stammen oder von einer regionalen Größe, das spielt keinerlei Rolle - außer auf diesem Portal, hier erscheint auf der Startseite seit einiger Zeit ein Zitat der Woche und da dies eine Literaturseite für die Region Ulm/Neu-Ulm ist, stammt es in der Regel auch von einem hiesigen Autor, wenn nicht, muss es zumindest etwas mit der Gegend zu tun haben. Für hübsche Sätze aus all den anderen Büchern ist da kein Platz, dafür muss zur Not der Notizbolg herhalten (siehe weiter unten) oder eine andere Plattform, deshalb finden Sie hier eine Sammlung von zehn Zitaten aus sieben Büchern. Weil aber die übrige Welt ruhig auch über schöne, amüsante, interessante Sätze in den Büchern der hiesigen Autoren erfahren soll, sind natürlich auch davon ein paar dabei.
Samstag, 10. September 2011
Vergangenes Jahr hat die Ulmerin Elvira Lauscher ein Kochbuch veröffentlicht. In Unser Kochbuch der 70er Jahre erschienen aber nicht nur Rezepte, nebenbei erzählte die Autorin auch über eine typische (schwäbische) Kindheit in den 70ern, mit Sonntagnachmittagskaffee, Tri Top und Tante-Emma-Läden in denen man für ein paar Pfennig kleine Leckereien kaufen konnte. Nun erscheint bald das nächste Lauscher-Buch - wieder im Wartberg Verlag und dieses Mal geht es um Ulm. Ulm im Wandel heißt das gut 60 Seiten umfassende Büchlein in dem die Verfasserin vor allem an Hand von historischen und aktuellen Fotografien zeigt, wie die Stadt immer wieder ihr Gesicht verändert. Zu haben ist es ab Anfang Oktober.
Mittwoch, 7. September 2011
In dem Roman Hinter den Dingen berichtet der Ich-Erzähler Thomas auch von seiner Bekanntschaft mit Leonard Cohen, dem verehrten Sänger. Lieder von Cohen, oft als Cover-Versionen, kennen viele, was jedoch weniger Menschen wissen, ist dass der Sänger auch Bücher schreibt, ja seine berufliche Laufbahn als Schriftsteller begann. Im Jahr 1956 veröffentlichte er seinen ersten Lyrikband, dem weitere Gedichtbände und Romane folgten, erst später wechselte Cohen zur Musik. Doch seinen Fans gilt er auch durch seine Songtexte als Literat und vor einigen Monaten wurde bekannt, dass der Dichter-Sänger den angesehenen Prinz-von-Asturien-Preis für Literatur erhält. Die Jury war der Ansicht, Cohen habe mit seinem Werk die großen Themen der Menschheit mit Tiefe und Schönheit ergründet. 3sat sendet am kommenden Samstag, 10. September einen Dokumentarfilm von Lian Lunson über Leonard Cohen. In diesem spricht er über Musik, Frauen, Gott, Zen und die eigene Biographie. Somit wird der Film wie es bei 3sat heißt “allen Facetten Leonhard Cohens gerecht”. Alte Filmaufnahmen und Fotos aus dem Familienarchiv des Stars sowie Ausschnitte aus einem Konzert, das zu Ehren Cohens 2005 in Sydney stattfand komplettieren die Dokumentation. Leonard Cohen: I’m your man, 3sat, am Samstag, 10. September, 21:10 Uhr.
Montag, 5. September 2011
Für Beifang, erschienen im Herbst 2009, konnte Ulrich Ritzel im vergangenen Jahr den Deutschen Krimipreis entgegen nehmen, nun wird schon bald der nächste Ritzel erscheinen. Der Website der Random House Verlagsgruppe zu der auch der btb Verlag gehört zufolge, ist es am 9. November soweit. In Schlangenkopf wird wieder Berndorf ermitteln, allerdings - er ist ja als Ulmer Kommisssar längst pensioniert - in Berlin und als privater Ermittler. Dort, so viel verrät die Verlagsseite bereits vorab, geht ein junger Mann in einer Frühlingsnacht am Alten Garnisonsfriedhof vorbei, wo ein Landrover bereits im Dunkeln steht und langsam Fahrt aufnimmt. Die Sache läßt einen Toten zurück und Berndorf ist offenbar der Einzige, der das Verbrechen auflösen möchte. Als er begreift, dass der Tote wahrscheinlich Opfer einer Verwechslung war, ist der Ermittler selbst bereits im Visier von Leuten, die einige Nummern zu groß für ihn sind. Diese haben nämlich im jugoslawischen Bürgerkrieg glänzende Geschäfte getätigt, die nun vor der Endabwicklung stehen, folglich können sie keinen ehemaligen Kommissar gebrauchen, der das verhindern will. Erzählt wird des Ermittlers neuester Fall auf knapp 450 Seiten und zu warten gilt es also nur noch zwei Monate, dann ist wieder Berndorf-Tag.
Freitag, 2. September 2011
Es ist verfressen und verspeist von Stuhlbeinen über Speisekarten bis hin zu Spielkarten alles was ihm unter die Finger kommt, es hat eine Rüsselnase, rote Borstenhaare, Froschfüße und trägt meist einen elastischen Taucheranzug, der sich um seinen Trommelbauch spannt, denn es neigt zu enormem Wachstum. Ganz besonders wichtig aber ist eines: es hat blaue Wunschpunkte im Gesicht. Die Rede ist natürlich vom Sams, der Figur aus den längst zu Klassikern gewordenen Kinderbüchern von Paul Maar, seit 1973 mit Eine Woche voller Samstage der erste Band erschien - natürlich, möchte man fast sagen, bei Oetinger, wo auch die Geschichten von Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönnneberga sowie Petterson und Findus erscheinen. Bald war das Sams so beliebt, dass es von der Augsburger Puppenkiste gespielt und auch mehrfach verfilmt wurde. Am bekanntesten ist wohl die Verfilmung mit ChrisTine Urspruch, die man auch als Alberich aus dem Münsteraner Tatort kennt, Ulrich Noethen und Armin Rohde. Lesen ist zwar schöner, aber sich eine Verfilmung anzusehen kann auch mal schön sein und möglich ist das am kommenden Dienstag, um 20:15 Uhr auf Super RTL. Das Sams, Super RTL, am Dienstag, 6. September, 20:15 Uhr.
Montag, 29. August 2011
In dem hier bereits einmal erwähnten Kriminalroman Ein sturer Hund von Heinrich Steinfest, trägt der erfolglose Schriftsteller Mortensen eine Brille und mit dieser auf der Nase spaziert er durch den Regen. Derart betropft, ist die Brille nun nicht mehr wirklich brauchbar und um das Schild an einer Bar lesen zu können, nimmt der Protagonist sie von der Nase und kneift die Augen zusammen. Die Sehhilfe landet in der Innentasche des Sakkos und Mortensen betritt das Lokal “nicht wirklich blind, nicht wirklich sehend”. Er findet die richtige Toilettentür und trocknet erst sich und dann die Brille, “die - nachdem er sie wieder aufgesetzt hatte - für einen Moment an den Rändern anlief” mit einigen Papiertüchern etwas ab. Mortensen wäre somit der geeignete Kandidat für die Refraktive Chirurgie, das heißt die operative Behebung von Kurz- oder Weitsichtigkeit. Probleme mit beschlagenen oder nassen Brillengläsern hätte er jedenfalls nicht mehr. Allerdings, sollte Heinrich Steinfest Mortensen noch einmal zu seinem Protagonisten machen, könnte er dann auch das brillenmäßige Ungemach des Mannes nicht mehr so detailliert beschreiben, wo es doch zu diesem Mortensen so wunderbar passt.
Überhaupt: Nachdem die Feuilletonisten schon vor längerer Zeit die möglichen Folgen eines Rauchverbots für das Theater ebenso diskutierten, wie die möglichen Folgen des Verbots umweltfeindlicher Glühbirnen auch auf den Bühnen dieses Landes, muss nun dringend auch einmal an die möglichen Folgen der Refraktiven Chirurgie für die Literatur (und vielleicht auch für das Theater) gedacht werden. Noch will lange nicht jeder Brillenträger auf sein Nasenfahrrad verzichten und noch ist nicht jeder Fehlsichtige für eine der unterschiedlichen Methoden geeignet, aber die Menschen gewöhnen sich an neue Möglichkeiten und die Medizin macht Fortschritte. Nicht auszudenken also, wenn sich irgendwann alle Fehlsichtigen operieren ließen. Könnten dann durch die Literatur noch lauter Brillenträger spazieren? Nein, höchstens ab und zu mal so ein ganz spezieller Vogel, dessen Verschrobenheit sich darin zeigt, dass er noch eine Brille trägt, also eine für einen Steinfestroman durchaus geeignete Figur. Im Großen und Ganzen aber, wären den Schriftstellern (und Regisseuren) doch viele Charakterisierungsmöglichkeiten genommen. Eine Literatur ohne Brillenträger? Also das, um es neudeutsch auszudrücken, geht gar nicht. Möge die Medizin ihren Fortschritt also bremsen, auf dass es auch künftig noch genügend Brillenträger gibt.
Freitag, 26 August 2011
Siebzig Jahre alt wäre Wolfgang Hilbig im 31. August geworden, für 3sat ein Grund, dem Mann der als einer der bedeutendsten deutschen Schritsteller der Nachkriegszeit gilt, am Samstag, 27. August ein Porträt zu widmen. Im leerstehenden Bahnhof des thüringischen Industrieorts Meuselwitz, wo Hilbig geboren wurde, trafen sich Freunde und Weggefährten, darunter der ehemalige Literaturredakteur Karl Corino und Hilbigs Lebensgefährtin Natascha Wodin, um sich an den Dichter zu erinnern und Regisseur Siegfried Ressel von ihm zu erzählen. Die Schriftstellerei, war Hilbig, wie man so sagt, nicht in die Wiege gelegt. Der Großvater, in dessen Haushalt er aufwuchs, war Analphabet, Hilbig lernte in der DDR Bohrwerkdreher und arbeitete als Heizer. Ende der 70er-Jahre sandte er einige Gedichte und Kurzgeschichten an Karl Corino, der Hilbigs Talent sofort erkannte, so kam der Autor zu seiner ersten Buchveröffentlichung - beim S. Fischer Verlag, bei dem er bis zu seinem Tod blieb. Im Leben war der Schriftsteller weniger erfolgreich als in der Literatur, “ein katastrophisches Künstlerleben” bescheinigt 3sat der privaten Existenz von Wolfgang Hilbig, die auch von der Alkoholsucht geprägt war. Hilbig starb im Jahr 2007 an Krebs. Hilbig. Eine Erinnerung - Annäherung an einen Unnahbaren, 3sat, am Samstag, 27. August, 23:20 Uhr.
Donnerstag, 25. August 2011
Im Jahr 1985 gründete ein gewisser Titus Häussermann in Stuttgart einen Verlag. 26 Jahre ist das also her und trotzdem wurde heuer der 25. Geburtstag groß gefeiert, denn es dauerte dann doch noch eine Weile, nämlich bis ins Jahr 1986, bis die ersten Bücher erschienen. Von da an aber lief es flotter und so haben mittlerweile auch viele hier in Ulm, um Ulm und um Ulm herum schon Bücher des Verlags in den Händen gehalten - vielleicht Manfred Eichhorns Hennadäpper, vielleicht auch seine Krimis Frei zum Schuss oder Die Maske der Moretta, denn bei jenem Verlag, der da in der Landeshauptstadt gegründet wurde, handelt es sich um den mittlerweile längst in Tübingen heimisch gewordenen Silberburg Verlag, der sich ganz der Literatur rund ums Thema Baden-Württemberg verschrieben hat und die Ulmer Gegend spielt da natürlich auch immer wieder eine Rolle, nicht nur bei Eichhorn. Eine große Rolle spielte Ulm im Roman Fallwind von Johannes Schweikle, der im Verlag des zweiten Tübinger Geburtstagskinds erschien, ging es doch um Albrecht Ludwig Berblinger. Zum 200. Male jährte sich dessen Flugversuch heuer, ein Alter das der Klöpfer & Meyer Verlag noch nicht erreicht, doch wird man im Dezember immerhin zwanzig. Gefeiert hat die Klöpfer & Meyer-Familie freilich auch schon vor zwei Jahren ganz ordentlich als der Verlag volljährig wurde. Man soll die Feste eben feiern, wie sie fallen, warum also nicht zum 18. Verlagsgeburtstag mal einen drauf machen oder den 25. mit einem Jahr Verspätung feiern?
Montag, 22. August 2011
Dem samstäglichen Radiotipp folgt gleich ein weiterer: radioWissen auf Bayern 2 widmet sich am Dienstag, 23. August, Heinrich Heine und Theodor Fontane. Heinrich Heine, 1797 in Düsseldorf geboren, 1856 in Paris gestorben, bezeichnete sich selbst als “entlaufenen Romantiker”. Er kritisierte die politischen Verhältnisse ebenso wie die Literatur und Lyrik seiner Zeit hemmungslos. Von der Zensur getroffen, ging er nach Paris ins Exil, wo er von den französischen Frühsozialisten inspiriert wurde. Anders als diese, wollte er das Heil der Menschen allerdings nicht in ferner Zukunft, sondern in der Gegenwart verwirklicht sehen. Theodor Fontane, geboren 1819 in Neuruppin, gestorben 1898 in Berlin, Apotheker, Journalist und einiges mehr, entschied sich mit 30 Jahren als Schriftsteller zu arbeiten. Es folgten Romane wie Frau Jenny Treibel, Effi Briest oder Der Stechlin. Geprägt sind viele Romane Fontanes dadurch, dass die Figuren häufig in Konflikt mit den gesellschaftlichen Konventionen geraten und individuelle Erfüllung suchen. Entsprechend lautet der Untertitel der Sendung Zwischen Poesie und Politik. radioWissen, Bayern 2, Dienstag, 23. August, 9:05 Uhr, Wiederholung um 15:05 Uhr.
Samstag, 20. August 2011
Heute ein Radiotipp: radioReisen auf Bayern 2 ist am Sonntag, 21. August auf den Spuren des Schriftstellers Robert Graves auf Mallorca unterwegs. Graves, hierzulande auch als Robert von Ranke-Graves bekannt, denn unter diesem Namen erschienen die deutschen Übersetzungen seiner Bücher, lebte in den Dreißigerjahren und dann wieder ab Mitte der Vierzigerjahre in Deià auf Mallorca, wo er 1985 starb. Desweiteren führt die Reise auf die Brissago Inseln im Lago Maggiore und an das Grab Dantes in Ravenna. In den Süden geht es also, dorthin wohin es, wie es in der Ankündigung der Sendung heißt “viele Künstler oder zumindest Lebenskünstler” zieht, zu Wein und Agaven, Oliven und Thymian. Apropos Lebenskünstler: Für jene, die am frühen Morgen um Neun noch nicht auf sind, bietet sich vielleicht die Wiederholung am Montag um kurz nach Zwei an. radioReisen, Bayern 2, Sonntag, 21. August, 9:05 Uhr, Wiederholung am Montag, 22. August, 14:05 Uhr.
Freitag, 19. August 2011
Am kommenden Dienstag läuft auf Radio Free FM wieder die Sendung Klassisch modern mit Jörg Neugebauer. Es wird wie immer sein, Jörg Neugebauer wird Auszüge aus literarischen Texten lesen, zwischendurch Musik von Bob Dylan, Queen, Neil Young oder auch den Doors spielen und gegen Ende wird es dann einen Ausschnitt aus dem Zauberberg geben. Mindestens zwei Jahre lang war das so, nun aber geht die Zauberberg-Ära in Klassisch modern zu Ende, denn in der kommenden Sendung wird Neugebauer letztmals aus dem fast tausend Seiten dicken Thomas-Mann-Roman lesen. Wer die Sendung häufiger gehört hat, muss nun also Abschied von Hans Castorp, Hofrat Behrens und Madame Chauchat nehmen - zum Glück aber dann doch nur von ihnen und den anderen Romanfiguren, nicht aber von Klassisch modern. Die Sendung wird es weiterhin geben, ob Jörg Neugebauer dann mit einem neuen Roman beginnt, das so verriet er vor kurzen, steht allerdings noch nicht fest. Klassisch modern, Radio Free FM, Dienstag, 23. August, 11 Uhr.
Dienstag, 16. August 2011
Morgen ist es soweit: Die Jury des Deutschen Buchpreises wird die zwanzig Bücher bekannt geben, die auf der Longlist für den Preis stehen, denn in zwei Monaten findet schon wieder die Frankfurter Buchmesse statt, anlässlich derer die Auszeichnung verliehen wird. Für kurze Zeit dürfen sich dann zwanzig Autoren Hoffnungen machen, doch bevor es an die endgültige Auswahl geht, wird noch einmal ausgesiebt. Am 14. September stehen schließlich jene fünf Autoren fest, die in die engere Wahl kommen. Eine/r von ihnen wird am 10. Oktober in der glücklichen Lage sein, den Deutschen Buchpreis in Empfang zu nehmen. Der gewöhnliche Leser hat dabei natürlich nichts zu melden, die Entscheidung trifft eine Fachjury. Ein wenig mehr zu sagen hatten Lesefreunde bis gestern beim Preis der Independent-Verlage, der ebenfalls anlässlich der Messe vergeben wird. Dreißig Bücher standen zur Auswahl für die zehn Titel der Hotlist, aus der dann der Sieger ausgewählt wird und drei der zehn Titel konnte das Publikum auswählen, in dem es auf dem Portal der Wochenzeitung der Freitag abstimmte. Der Preis der Independent-Verlage wurde ins Leben gerufen, weil sich die unabhängigen Verlage beim Deutschen Buchpreis nicht repräsentiert sahen und auch er wird natürlich anlässlich der Buchmesse vergeben, wie auch der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und zahlreiche weitere Auszeichnungen. Das heißt freilich nicht, dass es in Deutschland nur im Oktober Buch- und Literaturpreise einzuheimsen gibt, auch die Leipziger Buchmesse hat ihren Preis und dann gibt es auch noch messeunabhängige Ehrungen wie den Büchnerpreis. All diese Auszeichnungen sind relativ bekannt, beim Lesen einschlägiger Medien stellt sich jedoch heraus, dass ständig irgendwelche Buch- oder Literaturpreise verliehen werden, für die es zwar weniger Geld und Aufmerksamkeit gibt, die aber immerhin bedeuten, dass sich auch jene Long-, Hot- oder Shortlistkandidaten, die bei den großen Preisen vorzeitig ausschieden Hoffnungen machen dürfen, doch noch irgendeine Ehrung zu ergattern. So viele Preise, dass jeder der mal ein Buch veröffentlicht hat einen bekommt, wird es vermutlich allerdings nie geben.
Samstag, 13. August 2011
Am Mittwoch ging es an dieser Stelle um die Bücher ehemaliger Ministerpräsidenten und die Frage, ob sie nun selber schreiben oder schreiben lassen, was auch zu der Feststellung führte, dass sie als Politiker zumindest geübt darin sind, fremder Leute Texte zu präsentieren als wären es die eigenen. Was aber, wenn der Ministerpräsident überhaupt nur eine Marionette ist, deren Fäden von anderen bewegt werden? An dieser Stelle kommt einem der Roman Der Ministerpräsident von Joachim Zelter in den Sinn. Zelters Ministerpräsident Claus Urspring hat wenige Monate vor der Wahl einen Autounfall und soll nun im Wahlkampf um jeden Preis fit erscheinen. Wäre Urspring dazu in der Lage, die Texte seines Redenschreibers vorzutragen, es wäre schon viel gewonnen, aber in diesem Fall muss sein Mitarbeiter Julius März noch zu ganz anderen Mitteln greifen. Was letztlich aus Urspring wird, lässt der Roman offen, aber wer weiß, vielleicht erscheint eines Tages auch ein Buch des ehemaligen Ministerpräsidenten Claus Urspring.
Mittwoch, 10. August 2011
Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus in die Wirtschaft wechselt und künftig für einen Pharmakonzern im Ausland tätig sein wird. Damit dürfte er erst einmal gut beschäftigt sein und keine Zeit zum Bücherschreiben haben. Grundsätzlich scheint das Schreiben von Büchern nämlich eine Tätigkeit zu sein, die ehemalige Ministerpräsidenten recht gerne ausüben. Sieht man sich auf dem Buchmarkt um, entdeckt man jedenfalls nicht wenige Werke, die aus den Federn einstiger Länderregenten stammen. Wobei die Annahme, alle Bücher seien von den genannten Autoren selbst zu Papier gebracht worden, vielleicht ein wenig naiv ist, schließlich will die Branche der Ghostwriter auch leben und sie lebt davon, dass es Menschen gibt, die gerne namentlich auf einem Buchdeckel erwähnt sein möchten ohne dass sie deshalb gleich Lust haben, ein Buch zu schreiben. Ehemalige Politiker sind außerdem geübt darin, fremder Leute Texte zu präsentieren, als wären es die eigenen. So gesehen könnte es auch bald ein Buch des Kretschmann-Vorgängers geben. Die Themen wiedervereinigtes Deutschland, alternde Gesellschaft, Generationenkonflikt und Finanzkrise sind allerdings schon recht gut abgedeckt, aber vielleicht möchte Stefan Mappus ja ein Buch über die politische Teilhabe des Bürgers veröffentlichen.
Sonntag, 7. August 2011
Es ist Anfang August und bald werden die zahlreichen Bücher-Neuerscheinungen aus dem Herbstprogramm 2011 in den Buchhandlungen ausliegen. Das ein oder andere Exemplar der Verlage ist bereits rausgegangen, so auch Thomas Vogels Roman Hinter den Dingen, der dieser Tage bei Klöpfer & Meyer erschien. Deshalb gibt es heute schon mal einen kleinen Einblick in den Roman, dessen Rezension noch folgen wird. Der Erzähler soll für eine Sonntagszeitung zehn Erinnerungsstücke benennen, die er bei sich zu Hause hat und etwas Amüsantes aus seinem Leben dazu erzählen. Kurz soll es sein, ein bis zwei Sätze reichen. Er löst die Angelegenheit auf hübsche Weise, doch bald ist die Idee geboren, einen Roman über die Dinge, die ihm wirklich am Herzen liegen zu schreiben und nach den Quellen für die Liebe zu ihnen zu suchen. So entsteht ein Roman über einen treuen Begleiter seit Kindheitstagen, über eine ganz besondere Mundharmonika und vor allem über besondere Begegnungen und Freundschaften. Thomas Vogel: Hinter den Dingen. Roman. Klöpfer & Meyer, 19,95 Euro.
Freitag, 5. August 2011
Heute ein Fernsehtipp für Sonntag. Die BR-Sendung LIDO begleitet die Ärztin und Schriftstellerin Malika Mokeddem an die Küste Algeriens. Die 1949 im algerischen Kenadsa geborene Schriftstellerin, war das erste Mädchen des Clans, das väterlichem Widerstand zum Trotz Abitur machte und Ärztin wurde. Heute lebt sie in Südfrankreich, wo sie immer noch praktiziert und dennoch auch Zeit für eine Schriftstellerkarriere fand. Die 2003 entstandene Dokumentation des Filmemachers Klaus Ickert begleitet sie in ihre Heimat, wo sie unter anderem ihre Eltern, die lange Zeit den Kontakt verweigert hatten, besucht. LIDO, BR, Sonntag, 7. August, 12 Uhr, Wiederholung auf BR alpha, Samstag, 13. August 20:15 Uhr.
Donnerstag, 4. August 2011
Heute mal ein paar Zitate aus einem besonders reizvollen Krimi:
“Gegen die Theke eben dieser Bar gelehnt, stand der Dunkelblaue und unterhielt sich mit einem Mann der zwar einen silbergrauen Anzug trug, aber die gleiche dunkelblaue Ausstrahlung besaß.”
“Sie besaß ein merklich breites Gesicht, das dieser Breite wegen unnatürlich groß erschien. Dieses physiognomische Übergewicht wirkte weit weniger irritierend als anziehend. Der slawische Typ, dachte Mortensen und meinte damit wohl eine gewisse bäuerische Herbheit, als würden alle Slawen direkt aus dem Kartoffelacker herauswachsen.”
“Cheng war ein großer Freund der Opferkerzen. Kleiner Preis, große Wirkung. Für das bisschen Geld konnte man sich an mehr Leute erinnern, als es eigentlich verdienten.”
Na erkannt? Wenn Sie Steinfest-Leser sind bestimmt, denn wo Cheng drin ist, kann es sich natürlich nur um einen Steinfest-Krimi handeln, in diesem Falle um Ein sturer Hund, erschienen 2003 im Piper Verlag. Die Geschichte beginnt damit, dass Moritz Mortensen, Verfasser dreier Romane, die in der Öffentlichkeit keinerlei Beachtung finden, eines Tages ein unfassbares Erlebnis hat: Er entdeckt in der Bibliothek einen jungen Mann, der alle seine drei Romane aus dem Regal geholt hatte, wo sie nur deshalb standen, weil Mortensen die Bibliotheksmitarbeiter solange bedrängt hatte, bis sie verzweifelt genug waren, die Bücher anzuschaffen. Von seinem wahrscheinlich einzigen Leser magisch angezogen, folgt er ihm. Das aber, war keine so gute Idee und so kommt der Steinfest-Lesern bereits bekannte einarmige Privatdetektiv Cheng erneut zu einem Auftrag und Lauscher, sein stoischer Hund, muss durch den Stuttgarter Schnee trotten. Steinfests aktueller Kriminalroman Wo die Löwen weinen beschäftigt sich übrigens mit Stuttgart 21, womit auch eine Verbindung zum gestrigen Eintrag hergestellt wäre.
Mittwoch, 3. August 2011
Nun wurde er vergangene Woche vorgestellt, der Stresstest für das Bahnprojekt Stuttgart 21. Die Diskussionen sind deswegen aber noch lange nicht zu Ende, denn nur weil die Bahn glaubt, mit der bestandenen Fahrplansimulation sei die Tauglichkeit des gesamten Projekts bewiesen, glauben das die Gegner noch lange nicht. Mineralquellen? Damit hatte der Stresstest nichts zu tun. Behindertenfreundlichkeit? War auch nicht Prüfgegenstand. Kostentransparenz? Also bitte! Die Aufträge hat die Bahn zwar vergeben, gestritten wird aber weiter und vielleicht erscheinen demnächst auch wieder Bücher zum Thema. Nicht dass es nicht schon etliche gäbe, da wurde etwa der Stuttgarter Bauzaun dokumentiert, ein putziges Büchlein erzählt von der alten Frau Schächtele, die demonstrieren geht, weil sie oben bleiben will und nicht zu vergessen die engagierten Schauspieler, Regisseure, Krimischriftsteller, Flaneure und Fernsehköche, die sich für etliche Bücher zum Thema zusammentaten. Nun aber wäre es an der Zeit für weiteres Schrifttum. Wie wäre es denn mit dem Großen Heiner-Geißler-Schlichtungs-Gedenkbuch oder einer Anleitung zur direkten Demokratie unter dem Titel Erst fragen, dann bauen? Genügend Stoff gäbe es jedenfalls und jemand, der ihn verarbeitet, findet sich bestimmt auch. Mit weiteren Werken zum großen Stuttgarter Bahnhofsstreit ist also zu rechnen.
Fernsehtipp Deutschland Deine Künstler: Günter Grass. Heute, Mittwoch, 3. August um 22:45 Uhr in der ARD.
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