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Weihnachtsbücher
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Schwäbische Weihnacht

 

Bald ist Weihnachten und Sie wissen noch nicht was Sie schenken sollen? Nun: Bücher gehen immer. Dabei hält sich der eine bei der Auswahl an das Feuilleton, der andere an die Bestsellerliste, ein Dritter verschenkt Krimis und mancher beehrt seine Lieben auch mit Büchern, die ihm eher zufällig in die Hände fallen. Ebenfalls gerne verschenkt werden Bücher von regionalen Autoren oder mit regionalen Themen. Im Angebot ist hier vieles: Gedichte, Krimis, Kinder- oder Sachbücher. Legen Sie also doch heuer unter den Tannenbaum Lektüre von Sebastian Blau, Ulrich Ritzel, Eduard Mörike... und wenn Sie wollen auch noch einen besonderen Kalender.

 

 

Weihnachtliches

 

Hirten mit pfanne’bloe Aohre

Frierend “mit pfanne'bloe Aohre” sitzen die Hirten bei ihren Schafen als ihnen plötzlich auf dem Feld ein Engel erscheint, der sie zum Christkind schickt. So beginnt s Weggetaler Kripple von Sebastian Blau, dem Schriftsteller und langjährigen Verleger der Stuttgarter Zeitung, der eigentlich Josef Eberle hieß und unter dem Pseudonym Sebastian Blau seine schwäbischen Gedichte veröffentlichte. Auch der Krippe im Kloster Weggental am Rande Rottenburgs, die dort jedes Jahr in der Weihnachtszeit aufgestellt wird und weithin bekannt ist, widmete Blau seine Aufmerksamkeit. Der Silberburg Verlag legte das Buch im Jahr 2000 neu auf, versehen mit einem Beitrag von Dieter Manz über die Entstehung der Krippe und 30 Fotos von Gerhard Hepper.
Sebastian Blau: s Weggetaler Kripple. Silberburg, 48 Seiten, erschienen 2000, 12,90 Euro.

 

Bräuche, Symbole und Rezepte aus Baden und Schwaben

Warum loben die Schwaben den Christbaum? Was hat es mit dem Adventskalender auf sich? Hatte der Nikolaus schon immer eine Rute? Wie kommt die Linzer Torte nach Baden? Sind Springerle tatsächlich urschwäbisch? Irene Krauß’ Buch gibt Antworten und versammelt Wissenswertes, Kurioses und Geheimnisvolles von A wie Advent bis Z wie Zimtsterne. Dabei macht die Autorin nachvollziehbar, wie sich aus der Vielfalt der Einflüsse das heutige Bild von Weihnachten entwickelt hat - und auch Backrezepte fehlen in dem reich bebilderten Buch nicht.
Irene Krauß: Weihnachten hierzuland. Silberburg, 160 Seiten, erschienen im Oktober 2005,   19,90 Euro.

 

 

Kriminelles

 

Ein Mediziner und seine Verstrickungen in den Nationalsozialismus

Zwei Fälle beschäftigen Kommissar Berndorf und seine junge Kollegin Tamar Wegenast im Januar 1998: In einem Steinbruch bei Ulm wird die Leiche eines mit Psychopharmaka vollgepumpten arbeitslosen Mannes aus Görlitz gefunden und ein Lebenslänglicher rächt sich nach einem spektakulären Ausbruch blutig an den Juristen, die ihn verurteilten. Wie sich herausstellt, hängen beide Fälle zusammen. Während ihren Ermittlungen stoßen Berndorf und Tamar Wegenast auf ein dunkles Kapitel medizinischer Forschung, an dessen Enthüllung die lokale Prominenz und auch einige hohe Herren aus der schwäbischen Politik und Wirtschaft kein Interesse haben, was sogar zu Berndorfs Suspendierung führt. Letztendlich bringen sie die Wahrheit aber doch ans Licht und es gibt einen Showdown am Fuß des Ulmer Münsters. Immer wieder lesenswert.
Ulrich Ritzel: Der Schatten des Schwans. btb, 288 Seiten, broschiert, erschienen im März 2009, 9,00 Euro.

 

Eine besondere Mordwaffe

Der Krankenpfleger Thomas Graun wird von seiner Frau verlassen - wegen eines anderen Mannes und das auch noch nach einer Hochzeitsfeier. So etwas ist nicht leicht zu verkraften und so verzieht sich der Naturbursche immer häufiger in die heimischen Wälder und geht seinen Rachegedanken nach. Eine Mordwaffe, die keine Spuren hinterlässt, käme Graun gelegen und tatsächlich: Eines Tages liest er in einer Zeitschrift von einem neu entdeckten Pilz ...
Manfred Enderle: Nachtwanderer. Gmeiner, 277 Seiten, broschiert, erschienen im Juli 2006, 9,90 Euro.

 

 

Lyrisches

 

Zehn lyrische Stimmen und ein Grußwort von Handke

Zehn Autoren aus dem Raum Ulm/Neu-Ulm veröffentlichen in dem von Manfred Enderle herausgegebenen Band Gedichte aus dem Ulmer Winkel ihre Gedichte. Darunter sind schwäbische Gedichte von Elisabeth Flott, humorvolle von Leo Leuze, hintergründige von Jörg Neugebauer und auch Gedichte von Adi Hübel und Herausgeber Manfred Enderle fehlen natürlich nicht. Außerdem sind vertreten: Günter Hess, Marco Kerler, Reinhard Kuttler, Nina Neumann und Ulrich Waldmann. Als Dreingabe gibt es noch ein Grußwort von Peter Handke.
Manfred Enderle (Hrsg.): Gedichte aus dem Ulmer Winkel. Gerhard Hess, broschiert, erschienen im September 2010, 14,80 Euro.

 

Ein Mörike-Lesebuch von Dietrich Fischer-Dieskau

Seine Interpretation der Mörike-Gedichte und ihre Vertonung durch Hugo Wolf hat Dietrich Fischer-Dieskau in Worte gefasst und so entstand ein kleines Lesebuch voller Poesie und Musik über eine gelungener Symbiose von Wort und Musik. Nach einer biographischen Einführung stellt Fischer-Dieskau sämtliche von Wolf vertonten Mörike-Gedichte vor, gibt Hinweise zum genaueren Verstehen der Texte und liefert Ansätze zur Interpretation unter musikalischen Aspekten.
Dietrich Fischer-Dieskau, Eduard Mörike: Der Nacht ins Ohr. Hanser, 168 Seiten, erschienen im August 1998, 13,90 Euro.

 

Naturerlebnisse mit Christine Langer

Findelgesichter heißt der neue Lyrikband von Christine Langer, der überwiegend Naturgedichte enthält. Das Weidenkätzchen, Das Unterholz, Zwischenstation oder Über die Lust zu sehen heißen die Gedichte in dem bei Klöpfer & Meyer erschienenen Buch. Anders als viele Lyriker der Gegenwart, scheut sich Christine Langer nicht, den Ablauf der Tages- und Jahreszeiten zu beschreiben und so gelten ihre poetischen Beobachtungen Kranichen und Fichtenbäumen ebenso, wie Knospen, Sonne, Mond und Himmel.
Christine Langer: Findelgesichter. Klöpfer & Meyer, 116 Seiten, erschienen im August 2010, 16 Euro. 

 

Jeden Tag ein Gedicht

Nicht in Buch- sondern in Kalenderform kommt dieses potentielle Weihnachtsgeschenk daher: Der Deutsche Lyrikkalender 2012, herausgegeben von Shafiq Naz. Für das kommende Jahr enthält er 366 klassische und zeitgenössische Gedichte und damit eines mehr als in den vergangenen drei Jahren, denn schließlich ist 2012 ein Schaltjahr. Die Verfasser der Gedichte haben zugegebenermaßen nicht alle etwas mit Schwaben zu tun, aber mit Jörg Neugebauer hat auch ein Neu-Ulmer Autor ein Gedicht beigetragen.
Shafiq Naz (Hrsg.): Der Deutsche Lyrikkalender 2012. Alhambra Publishing, 440 Seiten, erschienen im September, 2011, 24,50 Euro. 

 

 

Junges

 

Ein Steinzeitabenteuer auf der Alb

Im Wald findet Wuschan, ein junger Jäger des Sochil-Klans, eine Halskette aus Muscheln. Dazwischen ragt eine Elfenbeinfigur hervor - der Löwenmensch. Kaum hat er das Amulett an sich genommen, überschlagen sich die Ereignisse. Wuschan und sein Freund Ronat machen eine grausige Entdeckung und tappen beinahe in eine tödliche Falle. Auch von anderer Seite droht Gefahr: Neue Siedler brennen am Großen Fluss die Wälder ab und vertreiben das Wild. Vielleicht hätte Wuschans Vater, der Klanchef, darauf eine Antwort, doch er ist einige Wochen zuvor auf der Bärenjagd verschwunden. Auch Ila, zu der Wuschan sich hingezogen fühlt, scheint ihm nicht helfen zu können. Er muss selber nach einer Lösung suchen - und bringt sich erneut in Lebensgefahr. 
Marcus Zecha: Das Löwenmenschen-Amulett. Silberburg, ab 12 Jahren, 268 Seiten, erschienen im Oktober 2009, 14,90 Euro.

 

Donaugeschichten aus der Flasche

Anna schickt an der Donauquelle in Donaueschingen eine Flaschenpost auf die Reise. Auf dem Weg ins Schwarze Meer warten viele Hindernisse auf Annas Flasche, doch die Menschen am Fluss sorgen dafür, dass sie das Donaudelta am Schwarzen Meer erreicht - gefüllt mit Geschichten und seltsamen Gegenständen, die ihr im Laufe ihrer Flussreise mitgegeben wurden. Ein Fischer aus dem Delta findet die Flasche, öffnet sie – und eine neue Geschichte beginnt…
Michael Döhmann: Annas Flaschenpost. Klemm + Oelschläger, ab 8 Jahren, 88 Seiten, broschiert, erschienen 2010, 9,80 Euro.

 

 

Sachliches

 

Über Nachkriegsbauten und ihre architektonischen Qualitäten

Die Debatte über Abriss oder Erhalt bekannter und qualitätsvoller Bauten aus den 1950 und 1960er Jahren nahmen einige Ulmer Architekten zum Anlass, darüber nachzudenken, welche Bauten in Ulm Qualität zeigen, erhaltenswert sind und wie sie erfasst und beschrieben werden können. Mit dem Aufspüren der architektonischen Qualitäten dieser Bauten wollen sie die Öffentlichkeit und die Eigentümer sensibilisieren, damit das eine oder andere Gebäude in der Zukunft nicht abgerissen, sondern behutsam saniert wird. Zugleich widersprechen sie damit dem pauschalen Vorurteil, dass die Nachkriegsmoderne ein architektonisches Desaster war. 
Karl Foos (Hrsg.): Ulm - Bauten der 50er und 60er Jahre. Klemm + Oelschläger, 120 Seiten, erschienen 2010, 17,90 Euro. 

 

Abseitige Ausflugsziele im Ländle

Das letzte Schafott Württembergs besichtigen? Einen Gummibärchenblumenzüchter in Südbaden oder einen Totempfahlschnitzer im Odenwald besuchen? Auf eine solche Idee käme nicht jeder, allein schon deshalb nicht, weil er nicht weiß, dass es in Baden-Württemberg solche Ausflugsziele gibt. Dieses Problem hat nicht mehr, wer den Reiseführer Schräge Heimat kennt. Ute Friesen und Jan Thiemann haben dafür kuriose Orte und Skurriles in Baden-Württemberg ausfindig gemacht und für alle Ausflugstipps Anfahrtsbeschreibungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln mitgeliefert. Wer sich nicht für Gummibärchenblumenzüchter oder Totempfahlschnitzer interessiert: Wie wäre es mit dem höchsten Kaktus Deutschlands in Empfingen, wackelnden Wäldern, Kettenhemden für Hunde, einer Maulwurfschussanlage oder einem Besuch bei Zwergzebus?
Ute Friesen, Jan Thiemann: Schräge Heimat. Theiss, 176 Seiten, erschienen 2009, 14,90 Euro.

 

Für Natur- und Alb-Liebhaber

Auf 240 Seiten mit 322 Farbfotos stellen die Autoren des Bildbands Die Pflanzenwelt der Schwäbischen Alb seltene, aber auch bekannte Pflanzen vor, die man auf einer Wanderung entdecken kann. Indem Eigenarten, Vorlieben, Formen und Verbreitung der Pflanzen erklärt werden, erfährt der Leser den größeren Zusammenhang zwischen einzelnen Pflanzen und ihrer Landschaft und den ökologischen Bedingungen, denen Pflanzen in verschiedenen Regionen der Schwäbischen Alb unterworfen sind.
Thomas Pfündel, Eva Walter, Theo Müller: Die Pflanzenwelt der Schwäbischen Alb. Theiss, 240 Seiten, erschienen 2005, 14,90 Euro. 

 

 

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